Schauspiel​

Im Hauptfach Schauspiel der drei-jährigen Ausbildung begleiten die Unterrichtenden die Studierenden jeweils über ein Semester. Die Vermittlung von handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten hält sich an die Methoden von Stanislawski und Brecht und dient der Entwicklung individuell bewusst handelnder Persönlichkeiten, die sich der Verantwortung des Berufes in der Gesellschaft zu stellen bereit sind. Es werden Texte aus den wesentlichen Perioden der Theatergeschichte erarbeitet. Tendenzen im heutigen Theatergeschehen werden bei Szenenauswahl und Inszenierungen einbezogen. Neben dem Klein-Gruppenunterricht im Szenenstudium und der Einzelarbeit bei den Monologen ab dem 2. Semester wird der Ensemblegedanke favorisiert. Die Prüfungen finden zweimal im Semester statt und sind ab dem 3. Semester an öffentliche Wiederholungsvorspiele gekoppelt.

  1. Semester

In einem gruppenorientierten Schauspielunterricht werden Wahrnehmung, Beobachtung, Fantasie und Ausdrucksvermögen geschult, um mit Improvisationsübungen die Grundlagen für die spätere szenische Darstellung zu schaffen. Improvisationsübungen dienen dem Ziel, einen szenischen Vorgang spielerisch selbständig zu erkennen und spontan zu reagieren. Mit kurzen Textvorlagen werden die bei der Improvisation erlernten Fähigkeiten fixiert und reproduzierbar gemacht.

  1. Semester

Mit den bisher erlernten schauspielerischen Grundlagen wird nun mit Text ein szenischer Vorgang, eine Situation, ein Konflikt, ein Widerspruch bewusst gemacht und deren Darstellung zur schauspielerischen Fertigkeit entwickelt. Das Szenenstudium führt von ersten erfahrbaren Situationen und Konflikten zur Erarbeitung einer Figur anhand von Sprache, Bewegung und Emotion. In der Weiterführung der Arbeit an Rhythmus und Körper wird im Verbund mit Sprache ein Bewusstsein für das Zusammengehören von Körper und Stimme trainiert.

Im 2. Semester versuchen sich die Studierenden erstmalig an Wahlrollen. Sie werden von den Dozierenden bei der Auswahl beraten und bekommen Unterstützung, sollen aber befähigt werden, eigenständig schöpferisch zu arbeiten.

  1. Semester

 

Weiterführend und aufbauend werden die Zweierszenen um Aktion- und Reaktionsfähigkeit,

Koordinationsfähigkeit, differenziertes Partnerspiel vergrößert und Konzentration auf Wahrnehmung und Umsetzung der empfangenen Impulse erlernt. Die Präsenz des Einzelnen wird fokussiert und bewusst gemacht. Der/die Studierende wird zum Einbringen seiner individuellen künstlerischen Kreativität animiert.

Der Beginn der individuellen Monologarbeit mit dem Unterrichtenden dient dem Aufbau eines Vorsprech-Repertoires.

  1. Semester

Aufbauend wird der eigenständige künstlerische Prozess als Weg von der konkreten Situation über den Vorgang zu einem der Figur angemessenem Empfinden zu gelangen erprobt und bewusst gemacht. Der Studierende wird befähigt, frei und spielerisch mit eigenen und erlernten Mitteln umzugehen. Fertigkeiten aus dem Bewegungsfächern sowie sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten werden übergreifend in die schauspielerische Darstellung eingebunden. Zunehmend wird auf die psychologische Durchdringung der Rollen bzw. Szenenvorlage gelegt, um eine glaubhafte und letztlich wahrhaftige Darstellung zu erzielen.

Die Monologarbeit wird fortgesetzt.

  1. Semester

Die Studierenden werden befähigt, im Ensemblespiel Figurenbögen zu bauen und die Konzentrationsfähigkeit auf ein ganzes Stück zu übertragen. Dabei geht es besonders darum, sich Figuren anzueignen, die keinen Bezug zur eigenen Person haben, sondern in einem schöpferischen Prozess angeeignet werden müssen.

Weiterhin wird an Vorsprechmonologen gearbeitet.

  1. Semester

In der Abschlussinszenierung, in der alle Studierende des Jahrgangs ihre Fähigkeiten und Qualitäten vor der Öffentlichkeit unter Beweis stellen, werden  individuelle schöpferische Prozesse der Regie-Konzeption und dem Ensemble fantasievoll zugeordnet, um durch Zusammenspiel maximale Qualität zu erreichen.

Die Studierenden erweitern ihr Monolog-Repertoire soweit, dass sie sich mit ihren Vorsprechrollen an den Theatern und bei der ZAV selbstbewusst vorstellen können.

Schauspiel vor der Kamera​

Nach einem theoretischen und anschaulichen Streifzug durch die Film- und Kinogeschichte im 3. Semester erfolgt eine praktische Ausbildung vor der Kamera im 4. Und 5. Semester parallel zum Bühnenschauspiel.

Nach einem kurzen theoretischen Teil wird in praxisnahen Szenenübungen „on location“ und intensivem Trainings-Workshop daran gearbeitet, Figuren und Charaktere vor der Kamera mit dem jeweils individuellen Potential glaubhaft, emotional und ausdrucksstark darzustellen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Anpassung mimischer, gestischer und stimmlicher Mittel an ein realitätsnahes Spiel vor der Kamera. Genauigkeit in Adressierung und Reichweite werden trainiert. Praktische Dreh-Erfahrung in kleinteiliger Szenenarbeit wird erworben.

Wesentlicher Bestandteil der filmisch umgesetzten Szenen ist deren Übungs-Charakter: neben der Anleitung auch in Selbsterfahrung aus sichtbar werdenden „Baustellen“ und Fehlern zu lernen. Innerhalb einer umfangreicheren Szenenübung im 5. Semester entstehen so auch oftmals genau gearbeitete Sequenzen, die gegebenenfalls als Demovideo für den Berufsstart verwendet werden können.

Sprecherziehung, Stimmbildung, Atemtechnik​, Mikrofonsprechen

In 6 Semestern werden im Gruppen- und Einzelunterricht folgende Fähigkeiten trainiert:

  • Spannung – Entspannung – Grundspannung
  • Körpermitte als Ausgangspunkt jeder sprachlichen Äußerung
  • Physiologische Sprechatmung
  • Präzise, dialektneutrale Artikulation
  • Sprechen als Handlungsvorgang
  • Partnerbezug
  • Sprechhaltungen, literarischen Texte analysieren und umsetzen
  • Sprecherische Gestaltungsmittel
  • Artistische Stimm- und Sprachäußerungen

Die Studierenden erlernen die Koordination und Integration von Stimme, Sprache und Körper, um sich deren Wirkung im Detail und in der Gesamtheit bewusst zu werden und zielgerichtet in die Szenenarbeit einbringen zu können.

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Szenische Bewegung​

Das Fach Szenische Bewegung beginnt mit dem Erarbeiten eines selbständigen „warm- up“ inklusive „stretching“ und endet mit dem körperlichen Charakterisieren von Rollen oder Typen und deren Befindlichkeit, so wie das in verschiedenen Szenen und Stücken notwendig ist.

Tanz

Das Fach Tanz beinhaltet einen Einblick in die verschiedenen Volkstänze (Folklore), den historischen Tanz, den Gesellschaftstanz bis hin zum Bühnentanz (Musical).

Akrobatik und Bühnenkampf

Schauspieler/innen sind keine Stuntleute und keine Fechter. Trotzdem ist das „Bühnenkämpfen“ wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Die Studierenden erlernen wesentliche Fähigkeiten, die das Schauspielen unterstützen:

Rhythmus, Partnerarbeit, Koordination, Konzentration, Umgang mit Requisiten, Raum- und Selbstwahrnehmung, Umgang mit Stress-Situationen, Atem-Technik, Spiel mit Emotion  trotz/mit Kampftechnik, schnelle Reaktion und Anpassung an komplexe Situationen.

  1. Semester (Anfänger)

Waffenlos und Kampf mit Alltagsobjekte – (nahe Distanz)

  1. Semester

Ein Hand Fechten – (mittlere Distanz)

  1. Semester

Zwei Hand Fechten – (mittlere Distanz)

Im 4. Semester werden die Studierenden zur 2-Hand-Freifechten-Technik animiert. Freifechten heißt Kampf ohne Choreographie. Damit entwickeln die Studierenden selbständig ein Gefühl für Distanz. Die Konzentration wird gefordert. Die Reaktionen und die Waffenkontrolle werden besser beherrscht,  die Kampfsicherheit optimiert. Der Freifechten-Kampf ist eine Lernmethode und nicht für Produktionen gedacht.

  1. Semester

Stock und Gemischte Waffengattung – (mittlere und lange Distanz)

Gruppenweise wird eine Kampfsituation dargestellt. Die Darstellenden sind in der Lage, das Publikum zu unterhalten, d.h., die Studierenden erzählen eine Geschichte, in dem das Kämpfen zu Geschichte gehört. Die Kampfdramaturgie unterstützt das Erzählen und die Darstellenden bleiben trotz der Kampftechnik in ihren Rollen.

Szenischer Gesang

Stimmbildung:

  • Erarbeitung einer guten Atemtechnik (Vollatmung, reflektorisches Einatmen, Stütze)
  • einer guten/gesunden Körperhaltung (Balance von Spannung / Entspannung, Elastizität der Muskeln)
  • eines guten Körpergefühls, insbes. für den Gesangstrakt
  • einer guten Stimmkontrolle; Aufschließen der Resonanzräume; Koordination der Stimmlippen ohne Anwendung der „äußeren“ Halsmuskeln; Erweiterung des Tonumfangs, eines „weichen“ Tonansatzes; Lockerung der Sprachwerkzeuge (Gaumen, Zunge, Lippen, Kiefer)

Die Individualität der Stimme darf trotz aller Übungen nicht verloren gehen, sondern ganz im Gegenteil, sie muss besonders gepflegt werden.

Die Liedarbeit findet in Zusammenarbeit mit den anderen Fachdozenten statt. Es werden vorzugsweise folgende Richtungen unterrichtet: Chanson und Musical („Singen-auf-Tonhöhe“ / „Belting“)

Bei Bedarf wird auch Klassik, Jazz oder Rock/Pop-Literatur erarbeitet.

Theater- und Kulturgeschichte

Anhand ausgewählter Stücke werden die wesentlichen Epochen der Theatergeschichte sowie Stil und Themen des jeweiligen Zeitabschnitts vorgestellt. Wir fragen nach dem Verhältnis von Bühne und Gesellschaft, lernen Positionen der Ästhetik und Dramaturgie kennen und beschäftigen uns mit der Frage, wie diese Stücke bzw. Theaterformen der Vergangenheit für das gegenwärtige Theater fruchtbar zu machen sind.

Über das vermittelte Sachwissen hinaus lernen die Studierenden Arbeitstechniken und Methoden, um sich später eigenständig in theatergeschichtliche Zusammenhänge vertiefen zu können. Die Beschäftigung mit Dramen aus den unterschiedlichsten Epochen trainiert die Fähigkeit, Stücke zu lesen und dabei die „Fabel“ (Brecht) und die wesentlichen Vorgänge der Szenen zu erfassen. Durch den Besuch von Theateraufführungen und das Ansehen exemplarischer Inszenierungen auf Video lernen die Studierenden, jenseits von bloßen Geschmacksurteilen und Meinungen sich fachkundig in die Theaterarbeit einzumischen.

Außerdem bekommen die Studierenden einen Einblick in außerinstitutionelle Projektarbeit und die Bereiche des Off-Theaters.

Workshops​

Zusätzlich werden Workshops angeboten wie z.B. Vorsprechtraining für Castings und Agenturen, Chorführung, Mikrofonsprechen, Sozialversicherung und Vertragsrecht für Künstler, bzw. Information zur Arbeitsweise von Agenturen.

Workshops & Kurse

Ausbildung

Unser Anliegen ist es, die individuelle Begabung jedes Einzelnen zu fördern und einzigartige künstlerische Persönlichkeiten auszubilden.
Wir möchten mit unserer Ausbildung das nötige Werkzeug für das Schauspiel mit auf den Weg geben und ein breites Spektrum anbieten.

Unser Studiotheater verfügt über 85 Sitzplätze und ist nicht nur Unterrichtsraum, sondern ebenfalls eine kreative Plattform für unsere Studierenden und Absolventen – auch nach dem Studium.

Die Studierenden haben schon während ihrer Ausbildung die Möglichkeit, sich auf der Bühne vor einem Theaterpublikum zu präsentieren und so praktische Erfahrungen zu gewinnen. Öffentliche Wiederholungsvorspiele finden zweimal im Semester statt. Ab dem 4. Semester können Studentenprojekte eigenständig durchgeführt und bei Bedarf werden betreut.

Filmstunde

Zur „Filmstunde“, von Alexandra Maria Lara, Absolventin der Schauspielschule Charlottenburg (Jahrgang 2000), ins Leben gerufen,  werden Persönlichkeiten aus der Film- und Theaterbranche geladen. Es wird ein Film oder ein Mix aus verschiedenen Filmen gezeigt, anschließend ein Gespräch dazu geführt. Was in der Filmstunde gezeigt wird, darüber entscheidet unser Gast.