Improvisationsübungen im Grundlagenseminar dienen dem Ziel, einen szenischen Vorgang selbständig zu erkennen und ihn schauspielerisch umzusetzen. Anhand kurzer Textvorlagen werden die bei der Improvisation erlernten Fähigkeiten fixiert und reproduzierbar gemacht.
Das Szenenstudium führt von ersten überschaubaren und erfahrbaren Situationen und Konflikten zur Erarbeitung einer Figur anhand von Sprache, Bewegung und Emotion. In Projekten arbeiten die Studenten an geschlossenen Szenenfolgen, die aufführbare Arbeitsergebnisse einschließen.
Die Abschlussinszenierung ermöglicht allen Studierenden, ihre erprobten Fertigkeiten und Fähigkeiten schöpferisch fantasievoll in die Ensemblearbeit einzubringen.
Schauspiel vor der Kamera
Seit Jahren und immer mehr finden Schauspieler ihr Tätigkeitsfeld auch in Film und Fernsehen. Um dessen Anforderungen gerecht zu werden, entwickelt die Schule einen Grundkurs in medienspezifischer Darstellung. Nach einem theoretischen Seminar zu Grundbegriffen der Filmdarstellung werden filmische Szenen praxisnah geprobt, aufgelöst und aufgezeichnet. Die so gespielten Szenen können, evt. erweitert, von den Studenten als Demovideos bei Vorstellungsgesprächen genutzt werden.
Zusätzliche und vertiefende Seminare, wesentlich in den Ferien, ermöglichen den Studierenden eine qualitativ hochwertige Vorbereitung auf ihren Beruf in Film und Fernsehen
Themenschwerpunkte sind:
die authentische Wirkung des Schauspielers und seine Glaubhaftigkeit im Film
das Verhältnis von Darstellung und Technik im Film
die Unbestechlichkeit der Kamera und Einstellungsgrößen
die selbständig vorbereitende Arbeit und Aufbau der Rolle / Lektürefähigkeit
Film- und Fernsehdarstellung als ein schauspielerischer Prozess
die Funktion der Dialoge in Film und Fernsehen
Vorbereitung auf kommerzielle Castingsituationen
Wenn Studenten bereits während der Ausbildung Angebote von Film oder Fernsehen erhalten, ist die Schule bereit, dies ab dem 3. Semester zu unterstützen.
Szenische Bewegung, Ballett, Tanz
Das Fach Szenische Bewegung beginnt mit dem Erarbeiten eines selbständigen "warm- up" inklusive "stretching" und endet mit dem körperlichen Charakterisieren von Rollen oder Typen und deren Befindlichkeit, so wie das in verschiedenen Szenen und Stücken notwendig ist.
Das Fach beinhaltet auch einen Einblick in die verschiedenen Volkstänze (Folklore), den historischen Tanz, den Gesellschaftstanz bis hin zum Bühnentanz (Musical).
Akrobatik, Pantomime, Bühnenkampf, Maskenspiel und Tai-Chi
Akrobatik - Dramatische Akrobatik. Ein Training für Kraft, Geschmeidigkeit, Gleichgewicht, Schwerelosigkeit und Ausdruckskraft des Körpers, das letztlich zu mehr Freiheit im dramatischen Spiel führt.
Pantomime - wird als klassische Pantomime und als nonverbales gestisches Spiel studiert. Wir erkunden, welche Ausdrucksmöglichkeiten der Körper oder das mimische Spiel als Basis oder Ergänzung zum dramatischen Spiel mit Text hat.
Tai-Chi - eine alte asiatische Bewegungsform. Ziel des Unterrichts ist es, seinen Körper bewusst zu erfahren und zu bewegen. Es werden außerdem Atmung, der Gleichgewichtssinn sowie Konzentration geschult.
Fechten
Angelehnt an europäische und asiatische Schwertkämpfe wird den Studenten Stockkampf vermittelt und Degenfechten. Letzteres mit Schwerpunkt auf die Epoche 2. Hälfte 16. bis 1. Hälfte 17. Jahrhunderts. Mit dem Stock wird begonnen, um die Studenten an erste ungefährliche, aber dennoch spektakulär aussehende Manöver heranzuführen, um danach mit dem mehr Aufmerksamkeit fordernden Degen zu arbeiten.
Dabei geht es um Grundfähigkeiten, die es den Studenten später ermöglichen, mit den erfahrungsgemäß sehr individuellen Arbeits- und Fechtweisen jedes Choreographen zusammenzuarbeiten.
Neben den technischen Aspekten, die zur Erlernung des Bühnenfechtens gehören, liegt der Schwerpunkt besonders auf dessen szenischer Einbindung. Somit bekommen die Studenten eine Basis an Paraden, Attacken, Ausweichmanövern und Bühnenkampfgrundlagen an die Hand, die sie fordern und Spaß bereiten.
Sprecherziehung, Stimmbildung, Atemtechnik
In 6 Semestern werden im Gruppen- und Einzelunterricht folgende Fähigkeiten trainiert:
Spannung - Entspannung - Grundspannung
Körpermitte als Ausgangspunkt jeder sprachlichen Äußerung
Physiologische Sprechatmung
Stütze
Präzise, dialektneutrale Artikulation
Sprechen als Handlungsvorgang
Partnerbezug
Sprechhaltungen, literarischen Texte analysieren und umsetzen
Sprecherische Gestaltungsmittel
Artistische Stimm- und Sprachäußerungen
Die Studenten erlernen die Koordination und Integration von Stimme, Sprache und Körper, um sich deren Wirkung im Detail und in der Gesamtheit bewusst zu werden und zielgerichtet in die Szenenarbeit einbringen zu können.
Szenischer Gesang
Stimmbildung:
Erarbeitung einer guten Atemtechnik (Vollatmung, reflektorisches Einatmen, Stütze)
einer guten/gesunden Körperhaltung (Balance von Spannung / Entspannung, Elastizität der Muskeln)
eines guten Körpergefühls, insbes. für den Gesangstrakt
einer guten Stimmkontrolle; Aufschließen der Resonanzräume; Koordination der Stimmlippen ohne Anwendung der "äußeren" Halsmuskeln; Erweiterung des Tonumfangs, eines "weichen" Tonansatzes; Lockerung der Sprachwerkzeuge (Gaumen, Zunge, Lippen, Kiefer)
Die Individualität der Stimme darf trotz aller Übungen nicht verloren gehen, sondern ganz im Gegenteil, sie muss besonders gepflegt werden.
Die Liedarbeit findet in Zusammenarbeit mit den anderen Fachdozenten statt. Es werden vorzugsweise folgende Richtungen unterrichtet: Chanson und Musical ("Singen-auf-Tonhöhe" / "Belting")
Bei Bedarf wird auch Klassik, Jazz oder Rock/Pop-Literatur erarbeitet.
Reiten
Die Studenten erhalten die Möglichkeit, den Umgang mit Pferden zu trainieren, grundlegende Fertigkeiten des Reitens zu erlernen und einfache Übungen zielgerichtet durchzuführen.
Sozialkunde
Es werden grundlegende Aspekte und Probleme der modernen Gesellschaft, ihrer staatlichen und überstaatlichen Ordnung (EU, Weltgemeinschaft) behandelt. Ein besonderes Augenmerk soll krisenhaften Entwicklungen (Fundamentalisierung von Religionen, innergesellschaftliche Konflikte) gewidmet werden. Kulturelle Entwicklung und Kulturpolitik sind ebenfalls Thema.
Workshops
Zusätzlich werden Seminare / Workshops z.B. zu Vorsprechsituationen, Castings, Kontakt mit Agenturen, zu Schauspieler betreffendem Vertragsrecht, Schminkkurse, Filmvorführungen mit Gesprächen angeboten.